Mir wurde die Ehre zuteil,
am Regionalturnfest Glattal, Limmattal und Stadt Zürich, kurz
GLZ, die alte Vereinsfahne des TVA als letzter Fähnrich an
einem Turnfest zu tragen. Im August wird am Weinländer in Andelfingen
die neue Vereinsstandarte enthüllt, so gesehen ein gewissermassen
historischer Einsatz in Urdorf.
An einem prächtigen Samstagmorgen traf sich der TVA auf dem
Festgelände in Urdorf. Weil bekanntlich mittlerweilen ein ansehnlicher
Teil der TVAner über die halbe Schweiz verstreut wohnt, waren
die Oberturner froh, dass sämtliche Turner auch tatsächlich
pünktlich auf dem Platz eintrafen. Unser Ziel, die erste Stärkeklasse
mit einem verlangten total von 72 Einsätzen war nur möglich,
wenn alle, die auch nur halbwegs fit waren, ihre Einsätze leisteten.
Wir waren durch einige Verletzungen und Absenzen von Stammturnern
doch arg ersatzgeschwächt nach Urdorf gereist.
Im ersten Wettkampteil erkämpften sich 18 Gymnastiker die
gute Note 9.0 und die 5 Speerwerfer eine 7.95. Guten Mutes gingen
wir an den zweiten Wettkampfteil, die Pendelstafette. Mit 24 Läufern
erreichten wir trotz eines Übergabefehlers die gute Note 9.14.
Angesichts des Starterfelds kann man mit dieser Leistung zufrieden
sein, ist doch jeder, der einigermassen schmerzfrei war, mitgelaufen.
Im dritten und letzten Teil des dreiteiligen Vereinswettkampfes
wuchsen in den Disziplinen Weitsprung, Hochsprung und Kugelstossen
einige über sich hinaus während andere nicht ihren besten
Tag erwischten und mit bescheidenen Resultaten zum Ergebnis beitrugen.
Es war aber das erklärte Ziel des Vereins, in der ersten Stärkeklasse
zu starten, weshalb etliche Turner in Disziplinen zu Einsätzen
kamen, welche bei Vollbestand von ausgefallenen Leistungsträgern
übernommen worden wären. So erturnten wir uns schliesslich
die gute Note 26.52, was uns auf den 7. Schlussrang in der ersten
Stärkeklasse brachte. Für einen erfolgsverwöhnten
Verein wie den TVA natürlich nicht gerade ein Höhepunkt
in der Vereinsgeschichte, unter den gegebenen Umständen aber
ein achtbares Resultat. Speziell erwähnenswert sind die 1.60
m, die Luki Stierlin im Hochsprung übersprang. Er erzielte
in Urdorf persönliche Bestleistung und kann aktuell als einziger
TVAner von sich behaupten, seine Körpergrösse zu überspringen.
Bravo!
Den Abschluss des sportlichen Teils bildete der einteilige Vereinswettkampf,
in dem der TVA wie gewohnt mit dem Barrenprogramm antrat. Bei brutaler
Hitze in der prallen Sonne erturnten sich die 21 Andelfinger mit
ihrer neuen Vorführung die Note 8.26. Das neue Programm vermochte
zu gefallen, Synchronität und Einzelausführung liessen
aber da und dort noch zu Wünschen übrig und hinterlassen
den Eindruck, dass für nächstes Jahr noch ein grosses
Steigerungspotential vorhanden ist.
Angesichts der enormen Hitze liessen es wir dann beim Prost etwas
gemächlicher angehen als auch schon, schliesslich lag noch
ein langer Nachmittag und eine lange Nacht vor uns. Der Fähnrich
musste sich dafür leider entschuldigen, war aber am Sonntagmorgen
pünktlich zur Gymnastik-Vorführung des TVA während
der freien Vorführungen wieder zur Stelle. Erstaunlich, was
die TVAner nach einer schlaflosen Nacht zu leisten fähig sind.
Das Publikum war einmal mehr begeistert.
Nach einem gemütlichen Festausklang in Urdorf machten wir
uns auf Richtung Andelfingen, wo für 18.00 die Rückkehr
des Musikvereins Andelfingen vom Eidgenössischen in Luzern
angesagt war. Der Fähnrich und die zwei Hornträger Ralf
Merk und Jürg Schmidli wohnten dem offiziellen Begrüssungsakt
bei und marschierten danach in einem kleinen Festumzug an den Willkommens-Apéro
auf den Marktplatz. Kurze Zeit später gesellten wir uns zum
Rest des Vereins, welcher es sich bereits in der Thurbrücke
gemütlich gemacht hatte.
Ich rollte meine Fahne zusammen und legte sie in unsere Vitrine.
Deutlich gezeichnet von über 40 Jahren Einsatz an unzähligen
Turnfesten wird sie im Verlauf des Jahres noch eine letzte Reise
antreten. Ins Heimatkundliche Museum nebenan.
|
| Der Fähnrich, Ueli Baumgartner |