Turnfest GLZ, Urdorf 24./25. Juni 06 > zurück

Mir wurde die Ehre zuteil, am Regionalturnfest Glattal, Limmattal und Stadt Zürich, kurz GLZ, die alte Vereinsfahne des TVA als letzter Fähnrich an einem Turnfest zu tragen. Im August wird am Weinländer in Andelfingen die neue Vereinsstandarte enthüllt, so gesehen ein gewissermassen historischer Einsatz in Urdorf.
An einem prächtigen Samstagmorgen traf sich der TVA auf dem Festgelände in Urdorf. Weil bekanntlich mittlerweilen ein ansehnlicher Teil der TVAner über die halbe Schweiz verstreut wohnt, waren die Oberturner froh, dass sämtliche Turner auch tatsächlich pünktlich auf dem Platz eintrafen. Unser Ziel, die erste Stärkeklasse mit einem verlangten total von 72 Einsätzen war nur möglich, wenn alle, die auch nur halbwegs fit waren, ihre Einsätze leisteten. Wir waren durch einige Verletzungen und Absenzen von Stammturnern doch arg ersatzgeschwächt nach Urdorf gereist.

Im ersten Wettkampteil erkämpften sich 18 Gymnastiker die gute Note 9.0 und die 5 Speerwerfer eine 7.95. Guten Mutes gingen wir an den zweiten Wettkampfteil, die Pendelstafette. Mit 24 Läufern erreichten wir trotz eines Übergabefehlers die gute Note 9.14. Angesichts des Starterfelds kann man mit dieser Leistung zufrieden sein, ist doch jeder, der einigermassen schmerzfrei war, mitgelaufen. Im dritten und letzten Teil des dreiteiligen Vereinswettkampfes wuchsen in den Disziplinen Weitsprung, Hochsprung und Kugelstossen einige über sich hinaus während andere nicht ihren besten Tag erwischten und mit bescheidenen Resultaten zum Ergebnis beitrugen. Es war aber das erklärte Ziel des Vereins, in der ersten Stärkeklasse zu starten, weshalb etliche Turner in Disziplinen zu Einsätzen kamen, welche bei Vollbestand von ausgefallenen Leistungsträgern übernommen worden wären. So erturnten wir uns schliesslich die gute Note 26.52, was uns auf den 7. Schlussrang in der ersten Stärkeklasse brachte. Für einen erfolgsverwöhnten Verein wie den TVA natürlich nicht gerade ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte, unter den gegebenen Umständen aber ein achtbares Resultat. Speziell erwähnenswert sind die 1.60 m, die Luki Stierlin im Hochsprung übersprang. Er erzielte in Urdorf persönliche Bestleistung und kann aktuell als einziger TVAner von sich behaupten, seine Körpergrösse zu überspringen. Bravo!

Den Abschluss des sportlichen Teils bildete der einteilige Vereinswettkampf, in dem der TVA wie gewohnt mit dem Barrenprogramm antrat. Bei brutaler Hitze in der prallen Sonne erturnten sich die 21 Andelfinger mit ihrer neuen Vorführung die Note 8.26. Das neue Programm vermochte zu gefallen, Synchronität und Einzelausführung liessen aber da und dort noch zu Wünschen übrig und hinterlassen den Eindruck, dass für nächstes Jahr noch ein grosses Steigerungspotential vorhanden ist.

Angesichts der enormen Hitze liessen es wir dann beim Prost etwas gemächlicher angehen als auch schon, schliesslich lag noch ein langer Nachmittag und eine lange Nacht vor uns. Der Fähnrich musste sich dafür leider entschuldigen, war aber am Sonntagmorgen pünktlich zur Gymnastik-Vorführung des TVA während der freien Vorführungen wieder zur Stelle. Erstaunlich, was die TVAner nach einer schlaflosen Nacht zu leisten fähig sind. Das Publikum war einmal mehr begeistert.

Nach einem gemütlichen Festausklang in Urdorf machten wir uns auf Richtung Andelfingen, wo für 18.00 die Rückkehr des Musikvereins Andelfingen vom Eidgenössischen in Luzern angesagt war. Der Fähnrich und die zwei Hornträger Ralf Merk und Jürg Schmidli wohnten dem offiziellen Begrüssungsakt bei und marschierten danach in einem kleinen Festumzug an den Willkommens-Apéro auf den Marktplatz. Kurze Zeit später gesellten wir uns zum Rest des Vereins, welcher es sich bereits in der Thurbrücke gemütlich gemacht hatte.

Ich rollte meine Fahne zusammen und legte sie in unsere Vitrine. Deutlich gezeichnet von über 40 Jahren Einsatz an unzähligen Turnfesten wird sie im Verlauf des Jahres noch eine letzte Reise antreten. Ins Heimatkundliche Museum nebenan.

Der Fähnrich, Ueli Baumgartner